Was ist Yoga Nidra – der Schlaf des Yogis

Mein Name ist Daniela Bergrath und ich erzähle dir alles über den Schlaf des Yogis. Diese Übung die mich endlich aus meinem Gedankenkarussell befreit und mich mit meinem magischen inneren Wesen verbunden hat.
Kurz gesagt:

Ich schlafe mich glücklich!

Und du kannst das auch!

Im Jahre 1968 brachte Swami Satyananda Saraswati eine persönliche Erfahrung dazu Yoga Nidra zu entwickeln. Er hielt Wache in einer Sanskritschule in der die Schüler um vier Uhr morgens Verse rezitieren. Das Aufsagen der Verse erfolgte in der Schlafensphase von Swami. Einige Zeit spät erhörte er diese Verse wieder und obwohl er wusste, dass er sie bewusst weder gelesen noch gehört hatte, kamen sie ihm sehr bekannt vor. Einige Stellen konnte er sogar mitsprechen.

Swami erkannte, dass Schlaf nicht zur totalen Bewusstlosigkeit führt. Tief berührt spürte er, dass sein inneres magisches Wesen schlafend die Außenwelt mitbekommt. Das war die Geburtsstunde von Yoga Nidra, die „Perle der Tiefenentspannung“

Nidra bedeutet Schlaf, egal wie und entstammt dem indischen Sanskrit.
Yoga bedeutet so viel wie „Einigung, Einheit und Harmonie.
Yoga Nidra ist der Schlaf, der Eintritt, wenn alle Blockaden gelöst sind.

Dein Körper wandert während der Übung zwischen Entspannung und Dämmerschlaf hin und her. Du ziehst dich ins Innere deines Selbst zurück. Dein Körper sinkt in einen Zustand der Tiefenentspannung, wobei der Geist zur Ruhe kommt und dein innerer Beobachter ganz präsent ist.

Wir verwenden einen ganzen Werkzeugkasten  verschiedener Methoden. Durch diese können wir ganz gezielt mit den unterschiedlichen Bereichen unseres magischen Wesens arbeiten.

  • Mit dem Bewusstsein unseres Körpers
  • Mit dem Bewusstsein unserer Atmung
  • Mit dem Bewusstsein für die Polaritäten unserer Gefühle
  • Mit dem Bewusstsein für die Polaritäten unseres Denkens

Durch einen gezielten Ablauf von verschiedenen Entspannungsmethoden und Techniken, kommt es zur Regeneration auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene.

Schritt 1: Eintiegsentspannung

Hier lade ich dich ein, es dir so bequem wie möglich zu machen, damit du in einen optimalen Zustand der Entspannung kommen kannst.

Du legst dich in Shavasana die yogische Rückenentspannungslage. In dieser Haltung, die auch Totenstellung genannt wird, gleitest du in deinen Körper hinein und beginnst deine Sinne nach innen zu lenken.
Dein Denken entspannt sich und du löst dich aus deinem Alltag. Du nimmst den Raum und die Ruhe, die du nun einnehmen darfst, wahr.

Schritt 2 : Sankalpa, Herzenswunsch

Das Sankalpa ist ein kurzer positiver Satz, der die tiefen Schichten des Bewusstseins beeinflusst.Übersetzt heißt es so viel wie Vorsatz oder Herzenswunsch.
Was du dir auf diese Weise vornimmst wird sich in deinem Leben verwirklichen.
Dieser Vorsatz wird zu Beginn einer jeden Übungsstunde und gegen Ende dreimal still für dich wiederholt. So kann es wie ein Samenkorn in gut vorbereitete Erde gelegt werden.
Dein Herzenswunsch könnte lauten:
Ich bin gesund
Ich lebe in Fülle
Ich bin glücklich

Es ist wertvoll die einmal gewählte Formulierung über mehrere Wochen zu verwenden. Auf jeden Fall so lange wie du es, intuitiv für richtig empfindest.

Schritt 3: Kreisen: Kreisen der Wahrnehmung, Body Scan

Du reist nun mit deinem Bewusstsein durch den ganzen Körper. Deine Aufmerksamkeit wandert ganz locker von einem Körperteil zum nächsten.
Dabei entspannt sich Körper und Geist und der Energiefluss im Körper wird angeregt.
Vielleicht gelingt es dir nicht sofort jeden Körperteil bewusst wahrzunehmen. Doch mit wiederholten Üben verbessert sich die Körperwahrnehmung und es wird dir immer leichter fallen deinen Körper zu spüren.

Schritt 4: Atemwahrnehmung

In diesem Teil wird die Achtsamkeit auf den Atem gerichtet. Um deine physische Entspannung noch zu vertiefen.
Du nimmst den Atem wahr, ohne in deinen Atemrhythmus einzugreifen. Durch gedankliches Rückwärts zählen vertieft sich deine Entspannung.
Deine Konzentration wird gefördert und feinere Energieformen erweckt. Der Atem kann in den Nasenlöchern, im Brustraum oder zwischen Nabel und Hals beobachtet werden.

Schritt 5: Gefühle und Empfindungen

Nun folgt das Loslassen auf der Gefühlsebene. Du übst dich darin, dich aus eigener Kraft aus Empfindungen, Gefühle oder Gemütszustände zu befreien z.B. Schwere/Leichtigkeit; Kälte /Wärme. Du entwickelst eine bessere Kontrolle über deine Gefühle. So wirst du flexibler im Denken, Fühlen und Handeln.

Schritt 6: Visualisierung– mentale Entspannung

Im letzten Schritt visualisierst du verschiedene Bilder. Du machst dir vor deinem inneren Auge ein Bild von dem Begriff den ich dir nenne und wirst dadurch zum objektiven Betrachter.
Dein Geist entspannt und du verstärkst deine Selbstwahrnehmung. Dein Geist wird von störenden, schmerzhaften Inhalten gereinigt.
Die verwendeten Bilder stehen für Symbole, die bestimmte positive Eigenschaften und Energien ausstrahlen.
Diese Energien werden durch die Visualisierung in dir freigesetzt und ins Wachbewusstsein integriert.
Zum Beispiel:

  • Berg; steht für Standhaftigkeit und Beständigkeit
  • Baum; für Verwurzelung und aufgerichtet sein
  • Mond; Leuchtkraft und Erkenntnis
Schritt 7: Beenden der Übung

Hier wirst du nun aufgefordert dein Sankalpa, deinen Herzenswunsch achtsam und voller Vertrauen zu wiederholen.
Um ihn dann loszulassen, damit er in gut vorbereitete Erde keimen und erblühen kann. Das was du dir auf diese Weise vornimmst, wird sich in deinem Leben verwirklichen.

Damit ist die Yoga Nidra Übung beendet und du kommst ganz langsam und vorsichtig zurück ins Hier und Jetzt.

Wichtige Bestandteile von Yoga Nidra

Nadis – Energiekanäle

Nadis bedeutet wörtlich Übersetzt „Kanal – Rohr“, unsere Leitungen, durch die die Energie fließen kann. Sie versorgen unseren Körper von der Fußsohle bis zur Krone des Kopfes mit Energie und transportieren unsere Lebenskraft. 72.000 Nadis bilden ein feines Netz von Leitbahnen, diese Bahnen transportieren eine energetische Kraft, welche für Lebendigkeit steht. Die wichtigsten Nadis sind Ida, Pingala und Suahumna. Die beiden Haupt-Nadis Ida und Pingala laufen Rechts und Links neben der Wirbelsäule und kreuzen einander immer wieder, und die dritte Haupt-Nadi Shushumna läuft gerade entlang der Wirbelsäule. Ida Nadi steht für entspannende, introvertierte Energie, die Mondenergie.  Pingala Nadi steht für aktivierende, extrovertierte Energie, die Sonnenenergie und Sushumna Nadi steht für spirituelle Energie.  

Der motorische Homunkulus

Der motorische Homunkulus oder der kleine Mann befindet sich als nervliches Spiegelbild des Menschen an der sensomotorische Gehirnrinde. Vereinfacht dargestellt beschreibt der Begriff die Ordnung der motorischen uns sensorischen Systeme im Kopf. Es geht um die Darstellung, Größe und Regelung menschlicher Sinne und Bewegung durch unser Gehirn. In unserem Gehirn ist der kleine Mann der Bereich, der nur für die Köperwahrnehmung verantwortlich ist. Jedes Körperteil hat an der Gehirnrinde seinen eigenen Platz wobei einige mehr Platz in Anspruch nehmen wie andere Körperteile. Wir fühlen an den größeren dargestellten Körperteilen wesentlich mehr z.B. an der Lippe.  

Indem wir mit unserem Bewusstsein durch den Körper kreisen, einer der wichtigsten Bestandteile der Yoga Nidra Übung, wird die pranische Energie im Nervenkreis des motorischen Homunculus erhöht. Durch diesen Strom nimmt man sofort die Trennung des Bewusstseins von den senso-motorischen Wahrnehmungskanälen war und Entspannung kann im ganzen Körper eintreten. Durch die Steigerung der Körperwahrnehmung wird unser Gehirn stimuliert und alle Nervenbahnen zum Gehirn werden gereinigt. Wir entspannen unser Gehirn und somit unseren Körper.

Die Zahl 108

In der asiatischen Religion ist die Zahl 108 eine heilige Zahl. Von ihr geht eine ganz besondere Energie aus. Sie steht für die spirituelle Vollendung und verbindet uns mit unserem Platz in der kosmischen Ordnung.

Sonne, Mond und Erde stehen mit der 108 in Verbindung, denn der durchschnittliche Abstand von Sonne und Mond zur Erde beträgt das 108-fache des jeweiligen Durchmessers von Mond und Sonne.

Im Yoga Nidra nutzen wir die magische Zahl um noch tiefer in die Entspannung zu kommen. Dabei können unser Bauch, unsere Brust und unsere Nase als Konzentrationspunkt dienen. Wir zählen mit unserem eigenen Atemrhythmus, der ganz ruhig und gleichmäßig fließt, von 108 zurück. Es geht nicht darum, dass wir bis 1 kommen. Sondern wir haben hier die Möglichkeit, die Lautstärke unserer Gedanken leiser zu stellen um im besten Fall in die Gedankenstille einzutauchen.

HirnwellenNadis

Unsere Hirnaktivität kann mit Hilfe Elektorenzephalografie (EEG) nachgewiesen werden und wird in der Neurologie eingesetzt. Diese Hirnwellen werden in Hertz gemessen und ihr Verlauf gibt an wie aktiv das Gehirn gerade ist – also ob man wach ist oder schläft, konzentriert oder müde ist. Im Yoga Nidra pendeln unsere Hirnströme zwischen Beta- Alpha-und Thetazustand hin und her. Das heißt, du gleitest aus dem Wachzustand in die Entspannung, um dann in die leichte Schlafphase einzutauchen. Den Bereich, in dem wir uns beim Träumen befinden. Du befindest dich in einem Dämmerschlaf in dem der Körper schläft, das Bewusstsein aber noch wach ist. Hier kann sich der Körper erholen und die Gedanken und Gefühle kommen zur Ruhe. Durch den speziellen Aufbau gelangen wir nicht in die Delta-Phase des Tiefschlafs wodurch wir uns nach einer Yoga Nidra Übung erholt und regeneriert fühlen.

Chakren -Energiezentren

Sind feinstoffliche Energiezentren, die Energie speichern und ausstrahlen. Chakra bedeutet wörtlich übersetzt „Rad des Lichts“. Jedes einzelne Chakra ist Ausgangspunkt für tausende Nadis, die strahlenförmig nach außen strömen. Sie strahlen in verschiedenen Farben und befinden sich an unterschiedlichen Stellen in deinem Körper. Ihre Aufgabe ist es, dafür zu sorgen das dein Körper einwandfrei funktioniert und genügend Kraft hat. Damit das möglich ist, verteilen die Chakren, die Energie, die von den Nadis zu den Energiezenten transportiert wird in deinem Körper. Zudem können die Chakren Prana, deine Lebenskraft, sammeln. Jedes Chakra spiegelt gewisser Themen in unserem Leben wieder was hilfreich beim Aufspüren bzw. erforschen unserer eigenen Themen sein kann. So steht das Wurzelchakra z.B. für unser Urvertrauen, unseren Stand im Leben. So kannst du mit deinen sieben dynamischen Energiezentren deine Lebenskraft aufbauen und deine Themen anschauen.

Prana - Lebenskraft

Neben der Entspannung im Yoga Nidra ist ein wichtiger Schwerpunkt die Anregung des feinstofflichen Energieflusses. Hier hast du die Möglichkeit, deine feinstofflichen Energien zu spüren. Durch das spüren und bewusstwerden dieser Energie erhöht sich deine Lebensqualität

Die Quelle ist Prana – unsere Lebensenergie

Sie durchdringt alles und ist immer in Bewegung. „Pra bedeutet konstante und „na“ Bewegung. Durch diese konstante Bewegung wird unser System mit Energie versorgt die wir brauchen und die uns Lebenskraft gibt. 

Wann ist Yoga Nidra für dich sinvoll?

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